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El Papa und seine Familie

Heute kommt der Papa zu Besuch, ein Besuch mit Hindernissen. Denn schon im Vorfeld gab es viel hin und her, wieviel so ein Besuch koste und wieso das Ayuntamiento überhaupt in Krisenzeiten soviel Geld für einen pompösen Empfang zahle, während Familien ihre Wohnungen verlassen müssen und Lebensmittel für Bedürftige gesammelt werden müssen. Hereu erklärt dagegen, dass dieser Besuch nicht nur die Hotels heute fülle, sondern auch noch morgen und in alle Zeiten, denn schliesslich werde die Sagrada Familia durch die Einweihung von Benedicto XVI noch berühmter. In Facebook seh ich immer mehr „Yo no te espero“-Köpfe und die Schwulenorganisation ruft zu einem langen, demonstrativen Kuss auf! Ein paar Tage vorher hat Formento-Minister Blanco noch den Ave-Tunnel besichtigt, der ja bekanntlich fast unter der Sagrada Familia parallell zur Carrer Mallorca entlangführt. Ave Maria! So, und damit das alles auch nochmal bildlich festgehalten wird, gibt’s die folgende Einspielung:

Ratzinger Z (el Papa a Barcelona)

Heut sieht schon alles wieder ganz anders aus. Die Sonne lacht und inzwischen ist auch der Schnee auf den Dächern geschmolzen. Dennoch konnten die lokalen Ferrocarriles-Züge heute morgen noch nicht ihren gewohnten 2-4-Minuten-Rhythmus wieder aufnehmen, stattdessen war im Radio vom halbstündigen Takt nach Sabadell / Terassa die Rede. Also arbeitet die Hälfte der Firma heute von zu Hause aus – auch nicht schlecht.

Hier die Eindrücke von heute morgen:

Die Sonne meldet sich wieder - Blick auf den Montjuic

Torre Catalunya mit Blick auf Collserola

Übrigens hatte Maria, meine Nachbarin, Recht. Das letzte Mal hatte es Anfang der 60er Jahre in Barcelona geschneit:

Schnee in Barcelona!

Unglaublich, war vor zwei Jahren noch das Thema Trockenheit / sequia der Dauerbrenner, kann sich ausgerechnet Andalusien vor lauter Wassermassen nicht retten. Gleiches gilt für viele andere Regionen Spaniens.

Nun ist die – hoffentlich – letzte Kältewelle dieses Jahr auch nach Katalonien vorgedrungen und der Effekt ist nicht nur Kälte und andauernder Niederschlag, sondern auch Schneeeeeeeeeeee! Diesmal nicht nur in den Bergen vor Barcelona, dh am Tibidabo und Collserola-Park, neee, in Barcelona selbst! Die Nachricht des Tages heute war heute ausserdem, dass der Schnee auch noch l-i-e-g-e-n-b-l-e-i-b-t:

¡Ha cuajado la nieve!

Maria war heut natürlich auch wieder da. Maria ist meine Nachbarin, die mit dem Hund, der natürlich um diese Jahreszeit nicht ohne sein Mäntelchen aus dem Haus geht. Maria meint auf alle Fälle, dass sie das seit 1961 nicht mehr erlebt hat, soviel Schnee in Barcelona, der auch nicht einfach so schnell wieder verschwindet! Krass! Vor allem: Wie merkt sich die Frau sowas? Ich meine, die Jahreszahl???!!!

Hier ein paar Eindrücke von meinem Balkon….

Frühling vs Schneegestöber - ungewöhnlicher Märzanfang in Barcelona

Osterglocken haben noch nichts zu melden...

ungewöhnlicher Frühlingsanfang in Barcelona

Blick vom Balkon auf den Montjuic

diesmal nix mit Bicing - die Bicing-Station vor meiner Haustüre im Schneegestöber

Mal schaun, was das morgen gibt. Heute haben sie uns auf alle Fälle schon um 14h nach Hause geschickt. Gute Nacht!

Ferienhaus am Meer – Ca SolivaFerienwohnungen & Ferienhäuser in Spanien

So, weil’s so schön ist muss ich das doch mal zeigen. Unglaublich, was hier so verballert wird bei den Fiestas. Ich glaube, ich hat’s schonmal erwähnt, dieser Feuerwerkwahnsinn, den jedes Dorf zu den Fiestas del Pueblo anstellt. Also trotz Krisenzeiten wird eifrig geballert, vielleicht sogar noch eifriger, wer weiβ?

Auf jeden Fall hat frau während des Feuerwerks zum Abschluss der Feiern, die der Schutzpatronin von Barcelona gewidmet sind, von Krise nichts gespürt. Konzerte in rauhen Mengen, und Leute, Leute, Leute. Eine ganze halbe Stunde dauerte gestern das sogenannte Piromusical vor den fuentes mágicas beim Plaça Espanya. Hier ein Ausschnitt, eben weil’s so schön ist …

unglaublich… Feuerwerk und Feiern ohne Ende, auch noch Stunden nach Abpfiff. Wir sind dann auch so gegen 1 endlich mal losgezogen und haben ein paar schöne Aufnahmen gemacht. Entlang der Gran Vía und am Plaça Universitat…

Franziskaner ist auch dabei
Franziskaner ist auch dabei
echte Fans

echte Fans

Fans auf der Gran Via

Fans auf der Gran Via

Barça-Fans am Carrer de Pelai

Barça-Fans am Carrer de Pelai

Sicherheitskräfte - por si acaso

Sicherheitskräfte - por si acaso

¡vaya emoción!

¡vaya emoción!

sonrisas blau-granas

sonrisas blau-granas

Barça Caravana

Barça Caravana

Triplete

Triplete

Barça hat schon mal den ersten Pokal der 3 geschafft, entsprechend high ist die Stimmung – verständlich! Am Mittwoch wurde nicht nur beim Fantreffpunkt Fuente de Canaletes auf der Rambla Catalunya gefeiert, sondern diesmal gab’s auch Bühnenprogramm ganz ofiziell am Plaça Catalunya nebenan. War nicht da, aber trotzdem kommt man nicht an dem Song oder besser Gegröle vorbei, das einem on- und offline entgegenspringt. Das Comedy-Programm von CracKóvia ist ja auch zum Schreien schön, hier nun die Kostprobe…

Schöne Idee, wenn Mütter/Freundinnen sich zusammentun und für ein verlängertes Wochenende rüberfliegen. Auch, um dann abends auch mal wieder zusammen wegzugehen. Ich war selbst nicht dabei, wollte aber gerne meinen Senf dazugeben. Genauer hiess die Frage:

> Und wenn Frauen noch mal richtig tanzen gehen wollen, wo müssen wir da
> hingehen (und noch viel wichtiger: ab wann?)…?

So, da ich ja eh so super oft in meinen Blog schreibe, paste ich meine Antwort einfach mal hier rein… ;-)

Ist ja witzig, Muttertag in Barcelona! Hier war der Muttetag schon letzte Woche.., aber nach zweimal Mamamia-1 Woche-zu-früh-anrufen weiss ich das jetzt auch

Macht euch nur schonmal auf eine Nachtsession gefasst, denn so richtig los mit tanzen gehts erst ab 2 bis 3 Uhr morgens. Also eine Ausgehmeile der Barcelonesen, sprich die Einheimischen, ist die Calle/Carrer Marià Cubí…Das ist in der Nähe von der grossen Diagonal / Ecke Via Augusta. Leider gibts keine Metrostation in der Nähe, aber zu Fuss von der Diagonal gut zu erreichen. Dort sind viele Bars und Clubs. Und man trifft neben Nachtschattengewächsen auch durchaus mal die Männer und Frauen von der Müllabfuhr BCNeta an der Theke, die sich eine kurze Auszeit mit einem Carajillo (Kaffe mit Schuss) gönnen – nicht wahr, Paul?

Einen Club dort kann ich empfehlen: UNIVERSAL. Er ist fúr Frauen gratis, hat eine Gaderobe (um Jacken abzugeben- was nicht immer selbstverständlich/möglich ist sonst) und hat 2 Etagen mit guter Musik, eine Richtung (unten) eher seichtes Techno, und oben eher Klassiker Richtung Disco/Soul. Das Universal macht zwar schon um 10 Uhr auf, aber es ist ratsam, frühestens ab halb 2/2 reinzugehen.
http://www.universalbcn.com

Den BIKINI kann ich für Sonntag empfehlen. Da war ich schon lange nicht mehr, aber als ich da in der Nähe wohnte, hatte mir schon Notizen gemacht:
Eigentlich eine ganz gewöhnliche Grossdisko, wäre da nicht die „Black Batucada Brazil-Night“, immer sonntags. Natürlich keine Garantie auf Dauerhaftigkeit, aber so viele Brasilianer bei so guter, techno-angehauchter Samba-Musik tanzen zu sehen und mitzutanzen macht einfach Spass.
Adresse: Deu i Mata 105 (direkt hinter Shopping-Centrum „Illa“ an „Avinguda Diagonal“/ „Carrer d’Entenca“)
• Uhrzeit: ab 24 Uhr tauchen langsam Leute auf
• LES CORTS; L3 (grün)
• freier Eintritt, allerdings sind Getränke (wie immer) sehr teuer!
www.bikinibcn.com

So, und falls es ein schöner lauer FRühlingsabend ist und ihr keine Lust habt, gross durch die Gegend zu kutschen mit Taxi oder Metro, dann kann ich auch die Ausgehecke in Barceloneta direkt am Strand empfehlen. Dort sind viele schöne Chill out Bars mit Sofas draussen, Blick aufs Wasser, wo man die Zeit bis 2 gut rumkriegt.

Hier gibts 2 Möglichkeiten: Eine Ausgehmeile ist direkt am Hafen, der Teil der am Meer ist, wo eine kleine Disco neben der anderen ist. Meist sind sie kostenlos und man kann – wenn einem die Musik nicht gefällt- direkt in die Nachbarsdizze gehen. Allerdings sind hier auch viele Touris unterwegs. Ich finds aber ganz lustig, hab dort auch meinen 40. Geburtstag gefeiert.

O Pollo bei Barceloneta

O Pollo bei Barceloneta

Naaaaa, Mütter dieser Welt, fühlt ihr euch angesprochen???

Dass Deutsch nicht so einfach ist, wissen wir ja schon. Wenn man versucht, es anderen beizubringen, gibt es wirkliche Schockerlebnisse mit der eigenen Sprache. Um das zu verdeutlichen, hier ein paar Beispiele:

Wusstet ihr schon, dass wir einige Verben einfach trennen? Wirklich krass, weil der Rest des Verbes immer erst am Ende des Satzes kommt, egal wie lang der Satz ist, ein Beispiel mit aufhören:

Morgen höre ich zusammen mit einem meiner Freunde nach langem Hin und Her endlich mit dem Rauchen auf!

Wenn ein fleiβiger Schüler schon gelernt hat, was „hören“ heiβt, dann denkt er erstmal das die Person irgendwas gehört hat. Aber am Ende des Satzes stellt sich nun heraus, dass das Ganze nichts mit Hören zu tun hat, sondern dass jemand was beenden will. Ja warum, fragt er sich, beendet er nicht einfach das Rauchen? Ja, warum? Weil….

Morgen beende ich zusammen mit einem meiner Freunde nach langem Hin und Her endlich das Rauchen.

… einfach stelzig klingt, zumindest würde man das nie sagen. Und wieso wird rauchen mal klein mal groβ geschrieben? Ok, weil da ein „das“ davor steht, aber wann schreibt man eigentlich das oder dass? Und wieso erscheint die Person, um die es sich handelt, erst an dritter Stelle, wo sie doch der Akteur ist. In Englisch und Spanisch werden die Subjekte und Verben komplett am Anfang platziert, egal, ob es sich um einen Haupt- oder Nebensatz handelt:

Tomorrow I’ll stop smoking ….
Mañana dejaré de fumar…

Gut, das kann natürlich kulturelle Ursachen haben, wo bei man fragen müsste, was zuerst da war, die Kultur oder die Sprache? Keine Angst, ich werde jetzt nicht abdrehen. Aber vielleicht ist das der Grund, warum wir Deutschen uns mehr oder weniger ausreden lassen, ohne den anderen nach 3 Wörtern schon zu unterbrechen. Das hat nichts damit zu tun, dass wir einfach so verständnisvolle Zeitgenossen sind, der wahre Grund ist der:

Wir würden uns GAR NICHT VERSTEHEN, weil sehr oft das Verb erst AM ENDE STEHT, und so lange muss man eben WARTEN, bis man etwas KAPIERT!!!

So, und wenn ich jetzt noch mit der Adjektivdeklination anfange (hier das trennbare Verb im Nebensatz am Ende und zusammen geschrieben), bekommt ihr erst recht die Krise. Ich habe hier ein schönes Beispiel ausgesucht (trennbares Verb „aussuchen“ als Pratizip mit „ge“ dazwischen!!!):

der Mann (ist logischerweise maskulin)

Der fleiβige Schüler weiβ schon, dass „er“ ein Zeichen von maskulin ist.

Nun kommt ein Adjektiv hinzu, dann heiβt es logischerweise :

ein schöner Mann

So, wenn ich aber einen bestimmten Mann meine, fällt das „er“ auf einmal weg, dh. es wurde ja schon vorher benutzt und einmal reicht ja, wir sind ja effektiv. Wir wissen ja jetzt, dass der Mann maskulin ist. Also kommt einfach eine andere Form, warum nicht einfach die feminine???

der schöne Mann

Ich glaube, das reicht erstmal für heute. Hier noch ein paar schöne Beispiele zum Thema deutsche Sprache schwere Sprache. Die Fotos habe ich selbst gemacht, als ich hier eine berühmte Kirche herumbesucht habe und sie von euch begrüβt habe …

Gruss einmal anders

Gruss einmal anders

Lasst uns mal wieder ein wenig herumbesuchen, ok?

Lasst uns mal wieder ein wenig herumbesuchen, ok?

Heute bin ich einfach sprachlos. Wer hätte gedacht, dass so ein Unglück, wie es der Einsturz des Kölner Stadtarchivs mit sich bringt, in Deutschland passieren könnte?

Auch in Barcelona ist das Thema nach wie vor aktuell, denn es wird eifrig gebaut. Was? Der Tunnel für den Schnellzug AVE, der vor etwa einem Jahr in Barcelona „angekommen“ ist, soll nun auch bis zur französischen Grenze im Norden führen. Wunderbar, hätte sich die Stadtverwaltung nicht ausgerechnet für die Trasse quasi unter der Sagrada Familia entschlossen! Als Alternative gab es auch zwei andere Streckenführungen, um Barcelona von Süd nach Nord zu durchqueren, aber nein, nun geht es entlang der Calle Mallorca, die direkt an die Sagrada Familia angrenzt. Auch ein anderes von der UNESCO erklärtes Weltkulturerbe von Gaudí ist wohl in Gefahr: Casa Milà, das anfangs auch als „Steinbruch“ bekannt gewordene Haus am Passeig de Gràcia.

So ganz von ungefähr kommen die Bedenken nicht, schliesslich ist vor etwa 4 Jahren schon einmal eine Häuserzeile im Stadtteil Carmel beim U-Bahnbau einer Metrolinie eingestürzt, aufgrund dessen die Familien von mehr als 50 umliegenden Häusern für mehrere Monate umquartiert werden mussten.

Proteste gegen den AVE-Tunnel gab es viele, unter anderem von einer Organisation namens SOS Sagrada Familia, die ein einprägsames Video ins Netz stellte. Wie man leider sieht, ein nach wie vor hochaktuelles Thema!

Kampf gegen die Dürre

So, nun muss ich meine Behauptung, dass keiner über zukünftige Massnahmen gegen Trockenheit spricht, revidieren.

Heute veröffentlicht „El País“ einen Artikel mit der Überschrift Las lluvias no frenan las obras previstas para combatir una futura sequía, was etwa heißt, dass die Regenfälle die vorgesehenen Baumaßnahmen gegen zukünftige Dürreperioden nicht bremsen. Darin ist der Stand aller Projekte genau erläutert, inklusive einer Grafik der Agencia Catalana del Agua mit allen geplanten und existierenden Wiederaufbereitungs- und Meereswasserentsalzungsanlagen (schön langes Wort, nicht wahr? Werde ich mal bei Gelegenheit meinen Deutschschülern präsentiern). Die letzte Dürre habe dafür gesorgt, dass die Anlage in Tordera schon Monate vor dem geplanten Ende des Bauvorhabens fertig gestellt sein wird. Außerdem treibe die katalanische Regierung den Bau der dritten Entsalzungsanlage für die Gewinnung von Trinkwasser voran. Das hört sich doch erstmal gut an. Die Website der katalanischen Agentur für Wasser ist auch in Englisch verfasst. Dort gibt’s ausführliche Infos über das Thema Wasser in Katalonien.

Erwähnenswert scheint wohl auch für Francesc Baltasar, verantwortlich für Umweltfragen dass die letzte Dürreperiode dazu gedient habe, erstmals ein sentimiento de ahorro, also ein „Spargefühl“ bei der Bevölkerung entwickelt zu haben. Während der Trockenperiode gab es Einsparungen von 20%, allerdings ist der Wasserkonsum wieder gewachsen, so dass er derzeit 5% niedriger ist als zu den Beginn der Trockenperiode.

Hiermit beende ich dann heute meinen aktuellen „Wasserbericht“, werde das Thema aber auf jeden Fall weiter verfolgen.

Stoßwort #1: Siesta

Heut möchte ich eine kleine Serie starten, die ich ganz pragmatisch „Stoßwörter“ nenne. Die Idee ist, einfach mal an bestehenden Begriffen und Stereotypen zu rütteln. Grundsätzlich sind Stereotypen ja nichts Schlechtes. Schließlich braucht mensch irgendwelche äußeren Unterschiede zu anderen Menschen, um sich ein bißchen abzugrenzen und um das Durcheinander der Welt besser zu verstehen. Außerdem liegt der Ursprung vieler Stereotypen in historischen und kulturellen Unterschieden, die tatsächlich existieren. Nur leben eben manche Bilder ewig weiter, die vielleicht vor 100 Jahren noch nachvollziehbar waren, aber heute keine Gültigkeit mehr haben.

So auch das Thema Siesta, also dem gemütlichen Nickerchen auf dem Sofa nach dem Mittagessen, so wie wir es heute verstehen. Früher war dieser Schlaf fester und lebensnotwendiger Bestandteil des Tagesablaufs eines Bauern, der zur Bewältigung der seiner Arbeit mitten in der Nacht aufstand, um das erste Morgenlicht zu nutzen. Denn ab 12 Uhr mittags ist es gerade in Südspanien meist schon so heiß, dass man sich unter der Sonne weder bewegen, geschweige denn körperlich arbeiten kann. Stattdessen konnte die Arbeit erst wieder ab 17 Uhr aufgenommen werden und bis spät in den Abendstunden abgeschlossen werden.

Doch heute sieht das anders aus: Nur noch 16% der Spanier praktizieren das gesunde Mittagsschläfchen überhaupt noch laut der Gratiszeitung „Metro“ heute, und es sind vor allem Männer ab 45 Jahren. Der überwiedende Teil der Spanier, nämlich 58,6% machen niemals eine Siesta, 22% nur gelegentlich und 3,2% nur am Wochenende (zu den letzteren gehört dann auch mein Freund J

Was sich gehalten hat ist die für uns spät und lang erscheinende Mittagszeit. Gegessen wird um 14 Uhr, und da viele immer noch nach Hause oder zu den Eltern fahren, wenn es nur irgendwie möglich ist, geht der Büronachmittag auch erst wieder ab 16 Uhr los. Geschäfte außerhalb des Zentrums machen auch erst um 17 Uhr wieder auf. Und so schiebt sich das Ganze bis spät in die Abendstunden, so dass die Kinder erst sehr spät (in der Regel gegen 22 Uhr nach dem Abendessen) ins Bett kommen und die Erwachsenen umso später. Die beliebte Latenight-Show Bonafuente beginnt gerade mal um 12.30h….So dass letztendlich alle unter Schlafmangel leiden, wie auch das Gesundheitsministerium regelmäßig feststellt. Von daher sollten die Spanier ruhig lieber öfter mal wieder eine Siesta machen ;-)

Adéu Trockenheit

Seit heute, lese ich in der „La Vanguardia“, ist die Trockenheitsverordung von der katalanischen Regierung nach 650 Tagen aufgehoben worden. Möglich ist dies nur, weil nun auch die letzte der betroffenen Regionen nicht mehr in Alarmzustand ist. Die Versorgung sei gesichert, die Stauseen seien durchschnittlich zu 77 Prozent gefüllt. Es können also ab sofort wieder jede Nacht Straßen mit Wasser gereinigt, private Schwimmbäder gefüllt, Autos gewaschen und die Sprenganlagen von Parks und Gärten wieder eingeschaltet werden.

Ende gut – alles gut?

Dazu erlaube ich mir einen kleinen Regen-Rückblick:

  • Els tres tumbs im Winter

    Els tres tumbs im Winter

    Schon in meinem ersten Jahr hier, das heißt ab November 2004 erlebt Spanien die schlimmste Trockenheit seit 125 Jahren. Und ich genieße meinen sonnenreichsten Winter seit Lebzeiten, vorzugweise mit café con leche vorm „Els Tres Tombs“ in der Ronda St. Antoni 11 (fürs Sonnetanken im Winter schwer zu empfehlen. Witzig: Beim Adresse-Suchen seh ich, dass ein Travel Guide passend dazu schreibt:
    “The facade is pure ’70s, the waiters are distinctly old-school, and the placement of the terrace ensures it receives more direct sunlight that just about any bar in Barcelona.”
    ok, ich komme mal wieder zum Thema…

  • Auch in den folgenden Wintern genieße ich meist blauen Himmel. Regentage? Pustekuchen. Nur ausnahmsweise, z.B. wenn Besuch aus Deutschland kommt. So werd ich nie den Kübel-Eimer-Dauer-Regen in der Oktoberwoche 2005 vergessen, wo mich Sabine und don Pedro beehrten. Vor lauter Regenschirmen und nassen Klamotten konnte man kaum noch durch die Wohnung gehen. Und eine Metro-Station musste schließen, weil mit Wasser zugelaufen. Die anderen funktionieren, aber auch hier kommen Baulücken direkt zum Vorschein, sichtbar durch Sandhaufen, die die Tropfen auffangen. Übrigens ein immer wiederkehrendes Phänomen, auch in neu gebauten Metro-Stationen.
    Als meine big sis im April 2007 mit Jan im Schlepptau zum Osterurlaub anrückte, gehörten dicke Jacken und Regenschirme auch zum Standardoutfit.
  • Ansonsten eben trocken, im Sommer heiß und trocken. Die sonst im Winter sich wieder auffüllenden Wasserreservoirs blieben auch im Januar 2008 auf gleichem Niedrigststand. Und kein Regen in Sicht.
  • embalse de Sau

    embalse de Sau

    Februar 2008: Die Embalse de Sau führts klar vor Augen, genauer die alte Kirche von St. Romà, die eigentlich vor 50 Jahren zu Francozeiten mitsamt Dorf in den Tiefen der Talsperre verschwunden ist. Der Wasserstand des nördlich von Barcelona gelegenen Wasserreservoirs ist so niedrig, dass die alte Dorfkirche komlett wieder zu sehen ist. Ich hab’s nicht live gesehen, aber das Bild hat inzwischen Symbolcharakter für die Dürre, so dass es in jeder Tageszeitung auftaucht.

  • April 2008: Der Bürgermeister Jordi Hereu garantiert jedem Mitbürger das Recht auf Wasser: “Cal garantir el dret de tots els ciutadans a l’aigua”.
    Damit will er der Angst der Bevölkerung entgegnen, die vor allem vor Zwangsabschaltungen des Wasserhahns fürchtet. Alpträume haben vor allem die Hotel- und Restaurantbetreiber, die sich schon vorstellen, dass sie irgendwann ihren Gästen erklären müssen, dass die Küche leider geschlossen, wird, weil kein sauberes Geschirr mehr da ist. Oder man stellt sich schon den Hoteldirektor vor, der den Touristen das allgemeine Duschverbot erkärt.
    Auf jeden Fall beschliesst die Generalitat, dass ab sofort der Wasserhahn der öffentlichen Springbrunnen abgestellt wird und das Giessen von privaten Gärten und Füllen privater Schimmbäder verboten ist, siehe Video:
    Hier auch ein Video von Spiegel Online zum Thema Jahrhundert-Dürre.
  • ENDLICH, alles neu macht der Mai! Es regnet, und zwar nicht nur ein bißchen, sondern ungewöhnlich stark. Gleichzeitig kommen erste Schiffe mit Trinkwasser nach Barcelona. Ich fand das so unglaublich, dass ich mir den Artikel aufbewahrt hatte. Man staune:
    1 Schiff = Tagesbedarf für etwa 170.000 Personen => reicht gerade mal für ein Zehntel der 1,7 Mio Einwohner von Barcelona (offiziel, aber geballt leben hier mehr als 3 Mio. Menschen). Die Kosten, die im folgenden Clip erwähnt werden: 22 Mio. Euros pro Monat für die Versorgung von 6% der Bevölkerung von Barcelona! Das war zumindest als Notlösung vorgesehen.

    Ironie des Schicksals also, dass die esten Schiffe ausgerechnet eintrudeln, als Barcelona gratis von oben mit dem wertvollen Nass bedient wird.
  • Von Mai bis Juni fast ununterbrochenes Wolkenspiel am Himmel, intensive Regengüsse und Überschwemmungen inklusive. Der Sommer will überhaupt nicht anfangen, Mitte Juni wird’s dann endlich richtig warm.
  • Im Herbst geht’s weiter mit den Güssen, die wieder für Rekordüberschwemmungen und -verwüstungen sorgen. Gleichzeitig ist die Verordnung weiter in Kraft, d.h. weiter…
    … ungewaschene Autos fahren
    … an trockenen Brunnenanlagen vorbeispazieren und
    … das ganze Jahr über das hauseigene Schwimmbad brach liegen lassen
    Das sorgt natürlich für polémica, viele halten die Verordnung für übertrieben.

So, das alles ist nun also vorbei, lese ich, es gibt keine Verorgungsengpässe mehr. Immerhin beschließt die Generalitat de Catalunya, dass die Straßenreinigung (in Barcelona also die mit BCNeta! beschrifteten Brummis – ein eigenes Thema wert übrigens :) und die Brunnen nun noch mit agua freática, also Grundwasser in Betrieb genommen werden dürfen. In Barcelona sind das derzeit etwa die Hälfte der 285 Brunnen, die restlichen bleiben vorerst trocken.

Doch was passiert in den nächsten Jahren? Welche wassersparenden Maßnahmen sind vorgesehen? Was ist mit den vielen Wasserleitungen, die Lecks haben, wie im Sommer bekannt wurde?

Nada! Nichts! Zumindest lese ich derzeit weder was von Wasser sparen, noch sehe ich dieses Thema in irgendwelchen Kampagnen. Energie sparen ja, das läuft sogar im Fernsehen, aber was ist aus dem Expo-Thema Agua y desarollo sostenible geworden? Warten wir’s ab…

Ich hab jetzt jedenfalls oft die Gießkanne im Badezimmer stehen, weil ich morgens zuerst dusche und es so lange dauert, bis das Wasser warm wird. So freuen sich auf einmal die Balkonblümchen über den zusätzlichen Guss, gaaaaaaaaaaanz doll!

Heute ist noche vieja, sprich Sylvester!!! Da trifft man sich zunächst im Kreis der Familie oder mit guten Freunden zum fröhlichen Uvas-Essen, bevors dann später in die Dizze geht. Ok, gegessen werden natürlich neben Weintrauben noch andere leckere Dinge. Aber die Kunst, genau zwölf Sekunden vor Mitternacht passend zum Gongschlag der campanadas zwölf Weintrauben schnell zu verdrücken, sich dabei etwas zu wünschen (einen Wunsch für jeden Monat des kommenden Jahres), evtl. auch noch den Partner/Freund mit einer der Trauben zu bedenken und schließlich mit triefendem Mund zum Neuen Jahr die Besos und guten Wünsche zu verteilen, um direkt danach mit dem Handy SMS durch die Welt simsend, bis das Netz nichts mehr hergibt – das können nur die Spanier :-)

Hier ein spontaner Eindruck, wieder mal gefischt aus dem ewigen youtube-Reservoir…

Und weils so schön ist, verpacke ich meine herzallerliebsten Neujahrswünsche in den vielen, vielen, bunten Lichter des Torre Agbar, kommentiert vom katalanischen Sender TV3:

*** FELIZ AÑO NUEVO *** FROHES NEUES JAHR *** FELIÇ ANY NOU ***


die Weihnachtsbox…

… haben wir bei uns in den oficinas zusammengestellt. Vielleicht wollt ihr auch einen Beitrag senden?

http://www.emagister.de/newsletter/newsletter_dec_08.html

Kurz vor Weihnachten noch einen Gruß von einigen vierbeinigen Zeitgenossen, die ich gestern auf der Straße getroffen habe. Denen geht’s hier in der katalanischen Hauptstadt bestens. Warm eingepackt bei 8 bis 14 Grad – je nach Tageszeit- wird ihnen niemals kalt ….

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Komisch nur, dass ich im kalten Deutschland nie solche Hundemäntelchen gesehen habe ;-)

Mit diesen wunderhübschen Fotos verabschiede ich mich in den Weihnachtsurlaub und freue mich, euch gleich live in Bonn/ Köln zu treffen.

Viele Grüße vom Weihnachtsmann, in diesem Falle von „Nina“.

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¡Feliz navidad! Bon nadal!

NÚM3ROS en CosmoCaixa

Neulich war ich in ner tollen Ausstellung, eine über Zahlen, números eben. Auch meine Lieblingszahl 8 war dabei, aber dazu später.

CosmoCaixa

CosmoCaixa

Das Museum CosmoCaixa ist eines meiner Favoriten. Es liegt am Hang, direkt unterhalb des Tibidabo. Es wurde 2005 komplett umgebaut. Unglaublich, was die Fundació la Caixa, vergleichbar mit unseren Sparkassen, aus dem ehemaligen „Museo de la Ciencia“ gemacht hat. An das modernistische Gebäude wurde ein Wissenschaftstempel mit fünf Ebenen angebaut. Abgesehen von einer riesigen Terasse  hat es ein Planetarium, eine Unterwasserwelt mit tropischem Regenwald, durch den man spazieren kann und eine Vielzahl von Exponaten mit verständlich aufbereiteten Themen, die auch weniger wissenschaftlich angehauchte Zeitgenossen wie mich ansprechen. Immer irgendetwas anfassen, klicken, bewegen… 2006 wurde CosmoCaixa zum Europäischen Museum des Jahres gekürt.

Klasse ist auch das riesige Pendel, anhand dessen die Erdumdrehung nachgewiesen wurde. Hab grad nochmal nachgeschaut, klar ich meine das Foucaultsche Pendel ;-) Es bewegt sich stetig von einer Seite zur anderen. An den Enden des Pendels sind in einem Kreis Stifte aufgebaut, die nach und nach bei der Pendelberührung umfallen, da sich die Erde bewegt, das Pendel aber nicht.

Die Sonderausstellung zum Thema Zahlen war für mich, mit meinem 8-er-Tick natürlich Pflichtprogramm. Hier  entsprechende Infos der Museumssite (spanisch) und Fotos…

Octave

Octave

weitere Zahlen und ihre Symbolik

weitere Zahlen und ihre Symbolik

… sowie einem Demo über die irrationale Zahl e. Wikipedia sagt mir, dass das die Eulersche Zahl ist, Basis der natürlichen Exponentialfunktion – stimmt, da war doch was.

Zeitraum

Heute klau ich mal was aus dem Adventskalender des Goethe-Instituts. Die haben heute nämlich das schöne Wort „Zeitraum“ hinter ihren Advents-Türchen versteckt.

In dem Wettbewerb „Das schönste deutsche Wort“ gabs auch ne schöne, deutsche Begründung, die ich nur bestätigen kann. Denn mein persönlicher „Zeitraum“ hier in Barcelona hat schon die 4-Jahres-Marke überschritten! So schnell geht das! Hier also der Link zum Kalender: Zeitraum

was für zwischendurch

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Woody’s Welt

Weiß ja nicht, ob ihr schon „Vicky Cristina Barcelona“ gesehen habt, aber sicher weiß ich, dass ich ihn nicht gerade empfehlen kann. War zwar klar, dass die Stadtverwaltung von Barcelona so einiges in den Film investiert hat. Das ist nicht nur am Filmtitel und an den langen Danksagungskolonnen im Abspann erkennbar, sondern auch an den Nobelmarken, die eine nach der anderen anscheinend in das Woody Allen-Prestigeprojekt investierte. Aber dass der Film dann doch nur Postkartenansichten und Klischeekonflikte zeigte, war dann doch enttäuschend.

Schon die unnötige Vorspann-Stimme erwähnt ganz nebenbei, dass das ja die Gaudi-Hochburg ist. Die Kameraeinstellung vor der Sagrada Familia ist so geschickt, dass weder Kräne noch Baugerüste zu sehen sind, so als sei sie schon längst fertiggestellt. In Wirklichkeit wird die Eröffnung des der „heiligen Familie“ gewidmeten Tempels noch mindestens ein Jahrhundert auf sich warten lassen bzw. vielleicht nie erfolgen, wie Pessimisten behaupten, da der Bau nur durch Spenden finanziert wird. Im Moment sind gerade mal 8 der geplanten 18 Türme errichtet, Baubeginn war 1882!

Eine der Protagonistinnen, die vernünftige Vicky (Rebecca Hall) studiert katalanische Philologie, was sie dann schnell wieder bleiben lässt aufgrund teeniehaft anmutender Liebenswirren, die wiederum Anlass für eine romantische Aussicht nach der anderen geben: Park Güel, Tibidabo, Colserola, Barceloneta und sowieso die Rambla – darf natürlich nicht fehlen. Dort fotografiert Protagonistin Nr. 2, Scarlett Johansson, so lässig, dass ihre nach hinten hängende Handtasche im realen BCN-Leben schon längst geklaut worden wäre. Sogar die Prostituierten aus dem Raval lächeln ihr freundlich zu, als sie sie mit ihrer Kamera ablichtet. So fern der Realität, dass ich Woody frage, ob das wirklich sein Allen ist??

Wer mir prima gefallen hat ist Penelope, die wunderbar demonstriert, wie hysterische Frauen austicken können. Und der Song im Ein- und Abspann, vorher noch nie gehört (von Giulia y Los Tellarinis), eine schöne Liebeserklärung an die Stadt…

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